— Frau Inna Sergejewna, verstehen Sie, dass Sie mit der Unterzeichnung dieses Verzichts vollständig auf Ihre Rechte am Anteil des Hauses bei Moskau verzichten?
Ich nickte, brachte aber kein Wort heraus. Vadim packte abrupt meine Hand, in der ich die alte Lederbrieftasche meines Vaters mit der abgenutzten Messingklammer hielt.
— Natürlich versteht sie das, Elena Viktorovna. Wir haben das drei Monate lang besprochen, — sagte er mit seinem selbstsicheren, besitzergreifenden Lächeln. Er zog mich am Ellbogen hoch und zwang mich, vom Stuhl aufzustehen.
— Inna, geh kurz in den Flur, frische Luft, du bist ganz blass, — seine Stimme klang fürsorglich, doch seine Finger gruben sich wie ein Schraubstock in meinen Unterarm.
Ich versuchte, mich loszureißen.
— Vadim, warte, ich will hören, was die Notarin noch sagt. Er drückte noch fester gegen meine Schulter und schob mich Richtung Ausgang.
— Widersprich nicht, Inna. Ich erledige das alles, es sind nur noch technische Details.
Elena Viktorovna runzelte die Stirn und klopfte mit dem Kugelschreiber auf den Tisch.
— Bürger Krawzow, lassen Sie Ihre Frau selbst entscheiden. Vadim öffnete bereits die schwere Tür und stieß mich förmlich in den Flur.
— Alles ist bereits entschieden, Elena Viktorovna. Machen Sie sich keine Sorgen, meine Frau vertraut mir vollkommen, — warf er über die Schulter.
Die Tür schlug direkt vor meiner Nase zu.
Ich blieb auf dem abgenutzten Linoleum stehen und drückte die Lederbrieftasche meines Vaters an die Brust. In meiner Tasche vibrierte das Telefon — eine Benachrichtigung über die nächste Abbuchung von meiner Sberbank-Karte.

Aus dem Nebenraum kam eine junge Sekretärin heraus.
— Setzen Sie sich besser, hier wartet man meistens lange, — sagte sie leise.
— Danke, ich stehe lieber, — antwortete ich dumpf.
Am Fenster stand ich still.
Der Gedanke ließ mich nicht los, dass Vadim gerade glaubte, alles gewonnen zu haben.
Doch etwas in mir begann sich zum ersten Mal zu verschieben.