— Also bezahlst du den Urlaub deiner Familie mit meiner Karte?! — schrie Marina wütend und knallte den Kontoauszug auf den Tisch vor ihrem Mann.

by zuzustory1303
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— 40.000 für deine Mutter, 20.000 für deine Schwester! Und du sagst mir, es gibt kein Geld für eine neue Waschmaschine?!

— Marina, hör mir zu…

— Nein, jetzt wirst du mir zuhören! Ich arbeite in zwei Jobs, spare jeden Cent, und du unterstützt heimlich deine Mutter mit ihren endlosen „Krankheiten“, die komischerweise trotzdem problemlos in den Urlaub fährt und im Garten arbeitet! — Das ist meine Familie, wie soll ich ihnen nicht helfen?

— Und was bin ich für dich? Eine kostenlose Haushaltshilfe?!

Marina wachte um fünf Uhr morgens vom Klingeln des Weckers auf. Andrej schlief ruhig, quer über das Bett ausgebreitet. Sie stand leise auf, zog einen Bademantel an und ging in die Küche — sie musste das Essen für seinen Arbeitstag vorbereiten.

Sie waren seit drei Jahren verheiratet. Die Hochzeit war bescheiden gewesen: nur enge Verwandte und ein günstiges Restaurant. Marina träumte von einem weißen Kleid, einer großen Feier und einer Limousine, aber Andrej hatte sie überredet:

— Warum Geld verschwenden? Wir sparen lieber für eine eigene Wohnung.  Sie begannen zu sparen. Oder besser gesagt: Marina begann zu sparen. Sie nahm einen zweiten Job an — abends machte sie zu Hause Maniküre für Kunden.

Ihr gesamtes Geld legte sie in die gemeinsame Kasse. Andrej versprach, dass er als Ingenieur ebenfalls etwas beitragen würde.

— Mama, natürlich kann ich dir fünftausend Griwna leihen — sagte Andrej am Telefon, während Marina den Salat schnitt. — Ich überweise es heute.

— Schon wieder Geld für deine Mutter? — fragte Marina streng.

— Fang nicht wieder an! Ihre Rente ist klein, die Medikamente sind teuer.

— Andrej, wir sparen für eine Wohnung…

— Wir sparen ja. Sei nicht so geizig, das ist meine Mutter.

Seine Schwiegermutter, Valentina Pawlowna, lebte in einer großen Drei-Zimmer-Wohnung im Stadtzentrum. Sie klagte ständig über Geldmangel, fuhr aber jedes Jahr in den Urlaub und kaufte sich ständig neue Kleidung.  Die Waschmaschine ging im ungünstigsten Moment kaputt — Marina hatte einen wichtigen Maniküre-Auftrag für eine Hochzeit.

— Andrej, wir brauchen eine neue Waschmaschine. Diese ist unrettbar.

— Wie viel kostet sie?

— Etwa 30.000.

— Woher sollen wir das Geld nehmen? Geht es nicht billiger?

— Ich wasche seit drei Jahren alles mit der Hand!

— Wir warten bis zum Gehalt.

Doch das Gehalt kam… und das Geld „verschwand“. Andrej sagte, er müsse seiner Schwester Olga dringend helfen wegen eines Wasserrohrbruchs.

Marina begann von Hand zu waschen. Ihre Finger rissen ein, ihre Haut wurde trocken.

Am Abend kam Andrej mit Blumen nach Hause:

— Es tut mir leid. Wenn ich mehr verdiene, kaufe ich dir eine neue Waschmaschine.

Marina glaubte ihm.

Bis sie die Banküberweisungen auf seinem Tablet sah:

„Valentina P. — 40.000 UAH — Urlaub“

„Olga K. — 20.000 UAH — Türkei“

„Valentina P. — 15.000 UAH — Pelzmantel“

Sie erstarrte.

Insgesamt waren über 300.000 Griwna für seine Familie ausgegeben worden.  Als Andrej nach Hause kam, wartete Marina mit den Ausdrucken auf ihn.

— Du bezahlst den Urlaub deiner Mutter mit meiner Karte?!

— Wovon redest du?!

— Hör auf zu lügen! Während ich mir die Hände kaputt gemacht habe, war deine Mutter am Meer!

— Das ist mein Geld!

— Und dass ich alles für unsere Wohnung spare, zählt das nicht?!

— Du beschwerst dich ständig!

Marina zog langsam ihren Ehering ab.

— Geh zurück zu deiner Mutter. Wenn sie dir wichtiger ist als ich.

Eine Woche später zog Andrej aus. Seine Mutter empfing ihn mit Freude:

— Ich hab’s dir gesagt, Sohn, sie ist nicht die Richtige für dich!

Am Anfang war alles „gut“ — Essen, saubere Hemden, Ruhe. Doch dann begannen neue „Bitten“:

— Wir brauchen einen neuen Kühlschrank…

— Ich habe kein Geld…

— Und deine Schwester braucht ein neues Handy!

Zum ersten Mal merkte Andrej: Alle nehmen nur, niemand gibt.

Nach einem Monat verstand er, dass Marina ihn nie um etwas gebeten hatte. Sie sprach, plante und dachte gemeinsam mit ihm. Eines Abends stand er wieder mit Blumen vor ihrer Tür:

— Ich habe alles verstanden! Ich habe einen Fehler gemacht!

Die Tür öffnete sich, und Marina sah ihn ruhig an.

— Geh nach Hause, Andrej.

— Ich liebe dich!

— Liebe bedeutet nicht, alle außer der eigenen Frau zu versorgen. Du hast dich entschieden.

Die Tür schloss sich.

Andrej ging zurück zu seiner Mutter.

— Bring Brot! Der Kühlschrank ist leer!

Und plötzlich verstand er: Er war zwar in einer „Familie“… aber nicht in der, die er wollte.

Marina saß allein in ihrer Wohnung.

Die neue Waschmaschine lief leise.

Und zum ersten Mal seit Jahren lächelte sie ruhig.

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