— Du hast einen Kredit für deine Familie aufgenommen und willst mich jetzt da mit hineinziehen? Nein, mein Lieber, ab jetzt kommst du allein damit klar!“ — sagte die Frau entschlossen …

by zuzustory1303
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Adelina kam in die Wohnung, zog ihre Schuhe an der Tür aus und spürte sofort, dass etwas im Haus nicht stimmte. Stepan saß am Küchentisch, starrte auf den Laptopbildschirm und tippte nervös mit den Fingern auf die Tischplatte.

Auf dem Bildschirm blinkten Banklogos, Kreditrechner, Rückzahlungspläne und Zinssätze.

— Hallo, sagte Adelina, als sie die Küche betrat.

— Was studierst du da?

— Nichts Besonderes, antwortete ihr Mann, ohne den Blick zu heben.

— Ich sehe mir die Kreditbedingungen an.

Ein unangenehmer Schauer lief ihr über den Rücken. Sie stellte sich neben den Kühlschrank und sah ihn genau an.

— Und wofür brauchst du das?

— Hat mich einfach interessiert, zuckte er mit den Schultern, doch sein Blick blieb ungewöhnlich konzentriert. Adelina beendete das Gespräch nicht weiter.  Sie goss sich Wasser ein und ging ins Zimmer.

Doch in ihr hatte sich bereits eine schwere Vorahnung festgesetzt – klebrig, unruhig, wie vor einem Sturm.  Am Abend beim Essen begann Stepan schließlich zu sprechen.

— Hör zu, Adelina… Heute hat Nina angerufen.

Nina – Stepans jüngere Schwester, 28 Jahre alt, Verwaltungsangestellte in einem Kosmetikstudio.

— Und was ist passiert?

— Sie braucht ein Auto.  Sie sagt, dass es mit dem Bus schwierig ist, sie braucht eine Stunde zur Arbeit und ist sehr erschöpft.

— Dann soll sie sich eins kaufen.

— Sie hat kein Geld für die Anzahlung, sagte Stepan zögernd.

— Sie bittet uns um Hilfe. Wir sollen einen Kredit aufnehmen, das Auto kaufen, und sie zahlt dann nach und nach zurück. Adelina legte vorsichtig die Gabel auf den Tisch.

— Stepa, wir haben noch nicht einmal den Kühlschrankkredit abbezahlt.

— Es bleibt nicht mehr viel. In drei Monaten ist er erledigt.

— Und wie hoch wäre der neue Kredit?

— Etwa zweihunderttausend.

Für ein gutes gebrauchtes Auto. Nina hat einen Hyundai Solaris von 2010 gefunden.

— Zweihunderttausend… Adelina lehnte sich zurück.

— Weißt du überhaupt, wie viel Geld das ist?

— Ich weiß. Aber sie ist meine Schwester.  Wie soll ich ihr absagen?

— Und wie will sie es zurückzahlen?

— Aus ihrem Gehalt.

Sie verdient vierzigtausend, nach der Miete bleiben sechsundzwanzig. Die Hälfte kann sie zahlen.

— Stepa… wir haben nicht einmal Geld für unser Badezimmer. Wir waren seit drei Jahren nicht im Urlaub. Und du willst zweihunderttausend für das Auto deiner Schwester aufnehmen?

— Es ist Familie, Adelina, sagte er schärfer.

— In der Familie hilft man sich.

— Deine Familie, korrigierte sie ruhig.

— Deine Schwester. Nicht meine.

— Also ist jetzt alles getrennt? fuhr er auf.

— So habe ich das nicht gemeint…

— Und wie dann?

— Nina ist erwachsen. Sie soll ihre Probleme selbst lösen.

— Man wird ihr keinen Kredit geben!

— Und ist das jetzt unser Problem?

Stepan lief nervös in der Küche auf und ab.

— Du bist herzlos, Adelina.

— Ich bin nicht herzlos. Ich sehe nur, dass wir uns verschulden für andere.

Der Streit eskalierte…

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