— Was für ein wunderbares Zuhause du hast, Lindotschka. Alles ist sauber und gemütlich, man sieht, dass die Hausherrin viel Mühe und Liebe hineingesteckt hat.

by zuzustory1303
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— Werdet ihr von jetzt an hier wohnen? Mein Sohn hatte, ehrlich gesagt, großes Glück — sagte die Schwiegermutter fast unmittelbar nach der Hochzeit.

— Uns fehlt es natürlich nicht an Geld. Victor hat eine geräumige Drei-Zimmer-Wohnung.

Früher hat er dort mit seiner Ex-Frau gelebt. Aber ehrlich gesagt war sie als Hausfrau völlig untauglich.

— Sie packte ihre Sachen und ging einfach ohne Erklärung. In drei Jahren haben sie es nicht einmal geschafft, eine Renovierung zu machen. Kannst du dir das vorstellen?

Wie oft ich Vorschläge gemacht und darüber gesprochen habe, aber sie hat es immer wieder aufgeschoben. Sie war faul.  — Ich war einmal mit Victor dort — antwortete Linda ruhig. — Ja, die Wohnung braucht eine gründliche Renovierung, aber sie ist sauber.

Wahrscheinlich haben dort ältere Menschen gewohnt – alles ist einfach nur altmodisch. — Aber kochen konnte sie hervorragend, man hätte sich die Finger danach geleckt. Kannst du kochen?

— Ich denke schon. Sie haben mein Essen doch bereits probiert. Hat es Ihnen nicht geschmeckt?

— Nein, nein, alles war wunderbar.

— Dann lassen Sie uns bitte nicht mehr über Victors Ex-Frau sprechen. Ich habe das Gefühl, dass Sie mich ständig mit ihr vergleichen.

— Oh, entschuldige mich. Natürlich bist du besser.  Die Zeit der Familienfeiern begann bereits im November — mit Victors Geburtstag.

— Linda, ich habe alle eingeladen. Es werden nur Verwandte kommen, aber wir sind viele. Bei uns ist das so üblich.

— In Ordnung. Wir bereiten alles vor.

— Ich kann überhaupt nicht kochen.

— Dann mache ich alles selbst. Von dir brauche ich nur die Einkäufe.

— Gehen wir zusammen in den Laden?

— Gehen wir.

Die Feier war wunderbar. Ein reich gedeckter Tisch, zufriedene Gäste und eine warme Atmosphäre.

— Linda, du bist bewundernswert — lobte die Schwiegermutter sie. — Alles ist so schön und lecker. Und dein Zuhause ist wie aus einem Märchen. Zu Silvester kommen wir mit der ganzen Familie zu euch. Du hast doch nichts dagegen, oder?

— Wir sind jetzt die Gastgeber. Platz ist genug da.

— Wir lieben es, zusammenzukommen, Spaß zu haben und gut zu essen. Und du kochst wie in einem Restaurant!

— Alles war für den Geburtstag meines geliebten Mannes.

— Linda, du erinnerst dich doch? Wir haben Gäste eingeladen.

— Wir haben eingeladen?

— Mama hat es damals gesagt, und du hast nichts dagegen gesagt. Von jetzt an wird es immer so sein. — Was heißt „immer“?

— Alle Feiertage bei uns. Das Haus ist groß, Platz gibt es genug. Die Gäste werden auch über Nacht bleiben. Das wird schön.

— Die ganze Familie wird also hier bleiben?

— Natürlich.

— Dann werden sie beim Kochen helfen.

— Nein. Sie sind Gäste. Du wirst kochen.

— Sehr gut. Dann gehst du einkaufen.

— Wir sind Gastgeber. Gäste bringen nichts mit. So macht man das eben.

— Wer sagt das?

— Alle.

— Du hast mir nicht gesagt, dass das alles so teuer ist! — platzte es aus Victor heraus. — Ich musste die Getränke an der Kasse zurücklassen.

— Du hattest doch dein Gehalt und deinen Bonus.

— Ich hatte das Geld für ein Auto zurückgelegt.

— Dann nimm etwas von deinen Ersparnissen. Es ist Silvester.

— Bei uns macht man das nicht so!

— Dann legen wir fest, wie es bei uns gemacht wird. Alle Ausgaben für deine Verwandten sind deine Verantwortung.

— Ich habe kein Geld — log Linda. — Du kannst deine Verwandten um Hilfe bitten oder Geld aus deinen Auto-Ersparnissen nehmen.

Victor war gezwungen, Geld aus seinen Ersparnissen zu nehmen. Die Feier verlief gut, aber die Erschöpfung blieb.

An Weihnachten wiederholte sich alles.

— Es sind deine Verwandten, also ist es deine Verantwortung — sagte Linda ruhig.

— Warum muss ich alles bezahlen?

— Weil es fair ist.

— Ich hätte nie gedacht, dass das alles so teuer ist — gab Victor zu.

— Jetzt weißt du es.

— Ich bin völlig erschöpft.

— Dann lern daraus.

Die Verwandten, die daran gewöhnt waren, auf Kosten anderer zu leben, waren beleidigt. Doch niemand wollte mehr jemanden beherbergen. Linda und Victor begannen endlich, ruhiger zu leben. Sogar die Schwiegermutter wurde stiller.  Und die Familie verstand zu spät, dass „so macht man das eben“ nur funktioniert, solange jemand tatsächlich dafür bezahlt.

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